Neues Rechnergesteuertes Betriebsleitsystem geht an den Start
Saarbrücken, 02. Dezember 2010:
Umsteigen leicht gemacht – erste Busse fahren im Testbetrieb
Staatssekretär Grünewald übergibt Zuwendungsbescheide in Höhe von rund 860.000 Euro
Der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, Dieter Grünewald, hat heute in Völklingen drei Zuwendungsbescheide an die KVS GmbH, die NVG Neunkircher Verkehrs AG und die VVB GmbH in Höhe von insgesamt rund 860.000 Euro für den Aufbau eines gemeinsamen Rechnergesteuerten Betriebsleitsystems (RBL) überreicht. „Saarland in Time“ nennt sich das Projekt, das zukünftig die Betriebslagedaten der Fahrzeuge an ein zentrales Computersystem übermittelt. Ziel ist es ein verbundweit einheitliches Kommunikationssystem einzuführen, das die betriebsübergreifende Kommunikation und die Anschlüsse der Fahrzeuge sicher stellt und eine umfassende Datenübermittlung zur Fahrgastkommunikation ermöglicht. Damit können die Fahrgäste jederzeit ganz aktuell über tatsächliche An- und Abfahrtzeiten, Verspätungen und Anschlüsse informiert werden.
Dieter Grünewald, Staatsekretär im Saarländischen Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, gab heute den Start des Testbetriebs bekannt. Das Ziel, alle Anschlüsse zwischen Bus und Bahn optimal aufeinander abzustimmen, rückt näher. Möglich wird das durch das so genannte Rechnergestützte Betriebsleitsystem (RBL), das in der zweiten Jahreshälfte 2011 in den Betrieb gehen soll. Derzeit wird das moderne System in den Bussen der Saar-Pfalz-Bus GmbH, Lay-Reisen GmbH, Aloys Baron GmbH und N. Kirsch GmbH getestet. Insgesamt rund 500 Busse verfügen schon über die neue Technik, die bereits mit 3,1 Mio. Euro vom zuständigen Ministerium gefördert wurde. Mit Erhalt der Zuwendungsbescheide startet die Ausrüstung der Busse in Saarlouis, Neunkirchen und Völklingen. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 5,56 Mio. Euro mit einer Zuschusshöhe von rund 4,0 Mio. Euro.
„Mit dem RBL-System können Daten einfacher und schneller zwischen den Verkehrsunternehmen ausgetauscht und an die Reisenden weitergegeben werden. Verspätungen und andere Änderungen können so rechtzeitig in die Reiseplanung einbezogen werden. Besonders Pendler profitierten von der verbesserten Planungssicherheit", betont Staatssekretär Dieter Grünewald. Der Austausch von Ist-Daten ermöglicht es, den Betriebsablauf zu optimieren und Reisende schneller über Fahrplanänderungen und damit verbundene Fahrtalternativen zu informieren.
„Zu einem attraktiven ÖPNV-Angebot gehören gesicherte Anschlüsse“, sagt Dieter Haag, Sprecher der Geschäftsführung im saarVV. „Das ist in ländlichen Regionen noch wichtiger als in Ballungsräumen, wo Busse und Bahnen häufiger fahren.“
Das Umsteigen ist für einige Fahrgäste noch immer eine Hemmschwelle, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Umso wichtiger ist es, die Kunden über eventuelle Störungen zeitnah zu informieren. „Zur Darstellung der Echtzeit-Daten werden Anzeigetafeln an stark frequentierten Haltestellen im Busverkehr, an Übergangsstellen, auf Bahnhöfen und Busbahnhöfen installiert“, ergänzt Grünewald. „Darüber hinaus können diese Informationen zur Pünktlichkeit und Anschlusssicherung von den Fahrgästen über Mobiltelefone, das Internet und die Kundenhotline des saarVV abgerufen werden“.
Aktuell werden in Saarlouis am Hauptbahnhof und in Lebach am Busbahnhof zwei neue Anzeigetafeln in Betrieb genommen. Ein besonderes Highlight der zentralen Übersichtstafel: die Barrierefreiheit. Per Knopfdruck werden alle Informationen vorgelesen. Weitere Anzeiger werden in den nächsten Jahren sukzessive an wichtigen Umsteigepunkten installiert. Die Erneuerung bestehender Anzeigesysteme an Busbahnhöfen, die nicht echtzeitdatenfähig sind, steht ebenfalls auf dem Programm.
Nach Ende des Testbetriebes werden bis zum Herbst 2011 etwa 650 Busse mit neuen RBL-Komponenten ausgestattet sein. Herzstück im Fahrzeug ist hierbei der Bordrechner, der neben dem klassischen Fahrkartenverkauf alle Daten der Fahrplanlage bündelt. Ergänzt wird der Bordrechner durch einen GPS Empfänger. Mit Hilfe dieses Satellitennavigationssystems ermittelt der Bordrechner laufend den aktuellen Standort des Busses und vergleicht diesen mit dem Fahrplan. Abweichungen meldet der Bordrechner minütlich über das Mobilfunknetz an den Zentralrechner, der die aktualisierten Daten dem angeschlossenen Kundeninformationssystem www.saarfahrplan.de zur Verfügung stellt.
Die Internetseite www.saarfahrplan.de, die zentrale Datendrehscheibe für alle Echtzeitdaten im Saarland, ist heute schon mit allen Soll-Fahrplandaten der Verkehrsunternehmen bestückt. Zukünftig sollen auch alle Echtzeitdaten dort gebündelt werden. Über Standard-Schnittstellen landen auch die Echtzeitdaten der Schienenverkehrsunternehmen DB Regio und Saarbahn (hier auch die Busse) hier, die bereits über Systeme der Echtzeitdatenbündelung verfügen.
„Die Landesregierung investiert in die Grundausstattung von „Saarland in Time“ rund 4 Mio. Euro. In den nächsten Jahren wird das Saarland weitere Baustufen – wie elektronische Anzeigesysteme – mit Fördermitteln unterstützen“, so Staatssekretär Grünewald. In einer Live-Präsentation zeigte Dirk Joris von der Saar-Pfalz-Bus GmbH, wie die aktuelle Verkehrssituation im Saarland bei den vier Pilotunternehmen ist und welche Möglichkeiten saarfahrplan.de bietet.